Oettinger Storchentagebuch 2020

Auf dieser Seite veröffentlichen wir E-Mails und Fotos, die wir von der Storchenbeauftragten Frau Heidi Källner erhalten. Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Källner, dass Sie uns am Leben der Störche und an den Storchen-Geschichten teilhaben lässt.

Storchenruhe

eMail vom 28.08.2020

 

2020, das Jahr der Störche im Nördlinger Ries erzählt von 81 jungen Glücksbringern.
Eine kleine Rückreise, mal Vergangenheit und mal Gegenwart. Nachrichten mal aus Nördlingen und Oettingen, mal aus Holzkirchen, Reimlingen und aus Harburg, ebenso aus Auhausen – aber immer wieder Oettingen.
Munningen, Möttingen, Löpsingen, Pfäfflingen, Deiningen, Alerheim, Wörnitzostheim, Bühl, Rudelstetten und Wemding, auch sie beherbergen je ein Storchenpaar.


Nestkämpfe gab es beinahe überall, die meisten gingen glimpflich aus. Totale Verluste waren wohl in Holzkirchen und Harburg, hauptsächlich aber in Oettingen, der Storchen – und Residenzstadt mit den meisten Nestern, 23 an der Zahl.
Oettingen, sieben Nester wurden hier abgebaut durch Menschenhand - die Störche vertrieben. Unruhe machte sich breit unter den Vögeln, manch Nestkampf nicht zu vermeiden, die ersten Küken vernichtet. Auch das neue, das dritte fertige Nest auf dem fürstlichen Gebäude, seine Beseitigung darf hier nicht vergessen werden.


Der Umzug vom Storchenpaar aus dem Traditionsnest Nr.1 auf dem Prinzessinnenbau hinüber auf das Röttgerhaus hinterließ Spuren, den Verlust von zusammen sechs Jungen aus diesen beiden Nestern. Die Vertreibung der Nestinhaber durch die benachbarten Störche war die Folge.


87 Jungstörche wurden flügge, 81 junge Glücksbringer aus zusammen 39 Nestern in 16 Ortschaften haben die ersten Ausflüge letztendlich problemlos geschafft, manches Küken wurde kaum zwei Wochen alt.


Oettingen 45 – 3 = 42 aus 23 Nestern – Nördlingen 9 aus 2 Nestern – Möttingen 5 – Löpsingen 3 – Pfäfflingen 2 – Deiningen 2 – Alerheim 2 – Wörnitzostheim 3 – Bühl 3 – Rudelstetten 3 – 2 = 1 –Wemding 2 – Munningen 4 – Auhausen 4 – 1 = 3


Zwölf von diesen jungen Glücksbringern aus drei Ortschaften wurde der erste Ausflug zum Verhängnis. Vier gingen still über die Regenbogenbrücke – davon wiederum zwei ganz alleine – zwei wurden bei diesem Schritt begleitet. Vier Jungstörche schafften den Weg nach kurzem Spaziergang durch die Stadt, Aufenthalt im heimatlichen Pfarrgarten um danach am nächsten Morgen auf der üblichen Futterwiese wieder die Freiheit zu genießen. Drei „Unglückspiloten“, ein Nördlinger und zwei Oettinger, sie bekamen Dank der Hilfe einer Wildvogelauffangstation nach vier Wochen Genesung ihre Freiheit im Vogelparadies am Bucher Stausee.


In Holzkirchen und Reimlingen war kein Bruterfolg, in Harburg dagegen Brutverlust.


Diese Bilanz zeigt, dass trotz der vielen Nester die Zahl der Nachkommen noch keine Überpopulation der Weißstörche im Nördlinger Ries bedeutet. Mäuse waren hier wohl das Hauptnahrungsmittel wie nachfolgendes Erlebnis zeigt:
22. Juli 2020


Jungstorch läuft auf der Oettinger Schloßstrasse, Storchenfreunde um ihn herum zum Einfangen bereit – Storch würgt seinen Ballast aus – Mäuse, zig Mäuse. Wenn der Magen leer ist, ja dann geht es hoch im Bogen schnurstracks ab in die Lüfte . . . so ein Glück für ALLE Beteiligten, vor allen Dingen für den jungen Storch.


Diese kurze Einlage erlebte ich bei manchem Einfangen und bei jedem Tierarztbesuch: Das Auswürgen vieler unverdauter Mäuse.


An erster Stelle sei hier der Ausklang der Storchensaison erwähnt. Die Störche sammeln sich an verschiedenen Plätzen, das Ende steht auch hier am Anfang:

 

20. August 2020 am Morgen bei der Wennenmühle an einem Strommast verunglückt:

Traurige Nachrichten nehmen zur Zeit kein Ende. Die beiden Jungstörche aus Rudelstetten - A8R36 / 37 - ein Unglücklicher war schon allein über die Regenbogenbrücke entflogen - das Geschwisterkind wurde in einer Tierarztpraxis sanft hinüber begleitet. Keine Chance auf Heilung bei so einer schweren Verletzung. Das war kein Einfangen - das war eine Bergung und Rettung aus der Sommerglut, eine stille und achtungsvolle Begleitung auf seinem letzten Weg.

Der dritte Jungstorch aus Rudelstetten - A8R38 - hoffentlich schafft er es in eine glückliche Zukunft.

 

19. August 2020 wieder eine geglückte Rettung in einem Oettinger Hinterhof Garten. 13. Unglücksrabe. Dieser Jungstorch – A8R22 – ist auf der Durchreise, stammt aus Aurach und wurde im Juni dort von Thomas Ziegler beringt. Putzmunter und quietschfidel - so schnell hüpfte er auf die nahe Wiese - schüttelte immer wieder sein nasses Gefieder vom nächtlichen Regen - zeigte mir deutlich, dass alles in Ordnung ist. Jetzt heißt es für den jungen Glücksbringer erst mal ausruhen - entspannen - umschauen – futtern – Kräfte sammeln für die Reise in den Süden.

 

18. August 2020 in Nördlingen - was für eine geheimnisvolle Nacht: 23 Störche auf dem Kirchenschiff von St. Georg 9 Gäste auf dem Hohen Haus und der Sirene 2 Störche auf der Grundschule Mitte


15. August 2020 – Die Zahl der Übernachtungsgäste wird höher, der Weinmarkt wird scheinbar zum beliebten Ziel der Glücksbringer; 14 Störche auf der Grundschule Mitte – um die 30 oder auch mehr verteilen sich auf hohen Dächern über der Innenstadt. der 12. Unglücksrabe er stammt aus einem Oettinger Nest. Seit letzter Nacht lag er scheinbar schon in diesem Hof. Bei der Bergung kam wieder Leben in den kleinen Körper. Jetzt ist dieser Jungstorch zur Erholung und weiteren Beobachtung in der Wildvogelpflegestation Schwenninger in Schloßberg. Das war ein Jungendlicher aus dem dritten Nest auf der Apotheke in der Schloßstrasse, einer der Nachzügler.

 

14. August - 26 Übernachtungsgäste über Nördlingen; 8 auf der Grundschule Mitte - 9 auf dem Kirchendach von St. Georg - 9 auf dem Hohen Haus + Sirene. Zwischen Deiningen und Nördlingen waren an diesem Nachmittag etwa 60 Störche.


5. August 2020 – der Himmel ist voller Störche – auf den Wiesen werden die Gruppen immer größer.

 

Rudelstetten am 5. August 2020 - Hotel Mama ist geschlossen: Die Altstörche stehen auf ihrem Horst - eine Gruppe Störche fliegt ein – DREI Störche „seilen“ sich ab aus dieser Gruppe – landen im Nest neben den Altstörchen und betteln um Futter – die Alten verweigern, platzieren sich schnellstens auf dem Dach daneben.

 

Ende Juli / Anfang August 2020 – Oettingen und seine Nachzügler Nest Nr. 3 auf der Apotheke. Die beiden Jungstörche werden noch regelmäßig von ihren Eltern gefüttert. In etwa zehn Tagen werden auch diese Nachzügler flügge sein. Warum Nachzügler? Die Altstörche sind die Vertriebenen vom angestammten Nest über dem Marktplatz auf der Commerzbank. Nach rastlosem Hin und Her entschied sich das Paar für einen Neuanfang auf der Apotheke gegenüber. Der dritte Kamin auf diesem herrlichen Gebäude war für sie der ideale Platz für eine kurzfristige Familiengründung.
Mitte Juli 2020

 

Einige Jungstörche stehen in den Startlöchern auf ihren Nestern. Sie üben und üben, flattern und springen – sie betteln um Futter, zischen und stöhnen – aber es gibt nichts mehr. So ist das im Leben der jungen Glücksbringer. Sie sind flügge, der Mut zum „Absprung“ hemmt und hält zurück.


Da sind die vielen Stromleitungen, die engen Häuserspalten, die spitzen Antennen – und am Rande lockt die Futterwiese und der durststillende Storchenteich.

 

19. Juli 2020 – Auhausen, ein Jungstorch (A6N90) liegt tot unter einem Strommast am Rande von Auhausen, der elfte „Unglücksrabe“ in diesem Jahr. Deswegen auch die Zahl 4 – 1 für Auhausen in der Schlussbilanz: Vier sind flügge, ein Jungstorch ist tödlich verunglückt.

 

14. Juli 2020 - was für ein Tag - alles fing so freundlich an. Das Ende war wieder sehr traurig. Der junge Glücksbringer "A6N60" aus dem Nest auf dem Kamin der alten Baywa, schwer verletzt lag er auf der Weide nebenan. Hier war keine Heilung mehr möglich - gnädige Erlösung durch den Tierarzt, die Hilfe über die Regenbogenbrücke . . . R.I.P.

 

Nachricht am 11. Juli: A6N73, Oettinger Jungstorch ist tödlich verunglückt, ein Verkehrsopfer. Die unendliche Geschichte . . . und der Würgegriff Oettingen am 10. Juli in der blauen Stunde – auf der Pfarrgasse Nr. 7: DREI Jungstörche, da ist jetzt tatsächlich einer zu viel. Oder gar ZWEI? Auf alle Fälle wohnt hier auf dem Horst in der Pfarrgasse Nr.7 nur ein Jungstorch: „Nur“ ein Ei wurde hier gelegt und auch ausgebrütet. Ein Küken hat sich zu einem strammen Jungstorch entwickelt, ein verwöhntes Einzelkind – A8R33 -.

 

Eine ungewöhnliche Geschichte am 28./29. Juni 2020 Oettingen, aus dem Leben der Jungstörche aus dem Nest vom Dekanat und gegenüber Pfarrgasse 7: Der erste Ausflug - die Landung im falschen Nest - der Schock macht starr, beinahe leblos - das Picken, Putzen, Aufmuntern der Nestinhaber bringt Leben in den kleinen Körper - der Rückzug/flug ins angestammte Nest missglückt - die Landung geht schlichtweg daneben, direkt zwischen zwei Häuser in eine nicht begehbare "Schlucht". Eine lange Leiter bringt die Erlösung - die Rettung, das Ausruhen des Unverletzten auf weichem Rasen im evangelischen Pfarrgarten umgeben von hohen Mauern, es kann beginnen. Der Abflug ist vorhersehbar.
Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf, die verfehlte Landung bzw. Absprung von A6N66, Heimkehr auf dem Dekanat? Fehlanzeige – dagegen „geglückte“ zweite Einkehr im Kinderzimmer von A8R33, dem verwöhnten Einzelkind von gegenüber. Es hat gedauert, nicht nur Minuten – nein Stunden. Dieser mutige Jungstorch von nebenan, er wurde nach langem Hin und Her als zweites Kind letztendlich akzeptiert und auch gefüttert. Wenn man bedenkt, dass er eigentlich schon flügge und das „Einzelkind“ bestimmt zwei Wochen jünger ist. Egal, es funktioniert tatsächlich – bis heute.

 

Einen Tag später: Wenn man meint das war`s dann, ja dann täuscht man sich gewaltig. Der nächste ausgewachsene, flügge Glücksbringer – A6N77 – aus dem Nest der Gartengasse - erster Flug – starker Wind – Ziel verfehlt – Notlandung im Nest auf der Haus Nr. 7 in der Pfarrgasse. Und so waren es plötzlich DREI junge Störche. Oh je, ob das gut ausgeht? Das dort heimische Einzelkind ist sprachlos, hält vor Schreck inne mit seinen Luftsprüngen. Sein neuer Gefährte seit ein paar Tagen, er ist buchstäblich entsetzt: DREI ??? Das geht ja gar nicht. Spontan greift er an - gewaltig und rücksichtslos, schlägt zu, der Schnabel, der Würgegriff . . . . . . und ich steh unten, bin Zeuge und kann nichts tun – rein gar nichts. Der Altstorch, der Versorger, er schaut gelassen, wartet ab . . . erst ein Küken - jetzt drei Jungstörche, wie geht denn das?

 

6. Juli 2020 Siebter Storch, ein Nördlinger Kind A7R34 – Landung in der Stadtmitte in Nestnähe – mit Hilfe der Polizei eingefangen und geborgen. Sein Bauch zeigt eine tiefe, lange Risswunde. Und dann kam auch noch der nächste Anruf, der achte Glücksbringer – was für ein Tag, wieder ein Oettinger Kind. Dieses Mal aus dem Nest Nr. 1 auf der VHS, Ring Nr. A6N72. Sein rechtes Schultergelenk zeigt eine Fehlstellung, die äußeren Federn sind verletzt. Auch diese beiden Jungstörche bekommen bis zur Genesung einen Platz in der Auffangstation.

 

Der NEUNTE Glücksbringer, ein Oettinger Kind – Horst verfehlt – Landung in enger Häuserspalte in der Schloßstrasse. Rein zufällig wurden dort heute Fenster renoviert. Der Hausbesitzer hat ihn so entdeckt – die schmale Holzwand aufgeschraubt – den Vogel hinaus auf die Futterwiese gebracht, ihn so vor dem sicheren Hungertod gerettet.

 

05. Juli 2020 ein Unglück kommt selten allein: Hilferuf aus dem Oettinger Hofgarten. Ein Jungstorch mit der Ring Nr. A6N74, demnach ein Kind aus dem Traditionsnest auf der Apotheke, ein Loch/eine Wunde im Brustkorb.

 

Der nächste Hilferuf am gleichen Tag kommt aus der Schloßstrasse. Ein Jungstorch flaniert durch Oettingen. Es klingt alles sehr lustig, die Bürger freuen sich, fotografieren und filmen. Sein Flügel hat wohl bei der Landung ziemlich gelitten, leider. Zum Glück gibt es in der Nähe die nächste Station - die Hilfe also nah, die Versorgung dieser beiden Unglücksraben also Gott sei Dank ebenso in allerbesten Händen. Hoffnung auf Heilung besteht auch hier. Auffangstationen, ja wenn es die nicht geben würde.

 

Oettingen am 2. Juli 2020 - "A6N73" unglückliche Landung neben dem Brunnen in der Pfarrgasse - der nächste Jungstorch vom Nest auf dem Dekanat hat seinen ersten Ausflug nicht geschafft. Über die Regenbogenbrücke,
Ein neuer Tag, der nächste Jugendliche - die Ringnummer "A6N70" erzählt von seinem Zuhause: VHS Nest Nr.1 - Bauchlandung in der Schloßstrasse. So nimmt auch diese Geschichte ihren Lauf – geborgen – auf dem weichen Rasen im Pfarrgarten zur Ruhe gekommen – Besuch bei heimischer Tierärztin - Auffangstation. Er hat es nicht geschafft, sein Kniegelenk ist gebrochen.

 

Rückblende


Oettingen - 23 Storchennester zählt die Stadt, Tod und Leben – alles ist so nah beieinander.

VHS Nest Nr.1: am 14. April – FÜNF Küken sind geschlüpft. Gestern waren es noch fünf, heute sitzen nur noch vier der kleinen Küken im Nest. Vermutlich wird auch der kleinste, dürre, graue Nestling in den nächsten Tagen oder auch schon Stunden von den Eltern aus dem Nest geworfen werden. So geht es von Nest zu Nest, auch auf dem Dekanat zählte die kleine Storchenfamilie fünf Schlüpflinge – heute sind es nur noch DREI. Aber das Leben geht weiter.

Mein Blick geht hinüber zur Apotheke, der neue vielgeliebte Standort der Glücksbringer. Nest Nr. 1, das Traditionsnest, ja da kann ich nur staunen: FÜNF wackelnde, flaumige Hinterteile strecken sich meiner Kamera entgegen. Ob alle FÜNF es schaffen werden? Apotheke Kamin Nr. 2 und auch Nr.3 ist noch nichts geschlüpft, wird noch heftig gebrütet. Das sind die Altersunterschiede in der Zahl 23 der Nester über Oettingen. Die Künstler im Nestbau, das sind für mich die Besetzer des Giebels auf der VHS über der Pfarrgasse. Immerhin, drei Eier liegen bereit – das Schlüpfen kann beginnen.

 

Und so könnte ich immer weiter erzählen, von Nest zu Nest das Leben und auch Sterben beschreiben. Ich lass das lieber, zähle erst am Ende die Überlebenden nach der Verwandlung der grauen Küken bis hin zum stolzen Jungstorch. Auf der VHS, den „Turmbau zu Babel“, den möchte ich noch zeigen, er ist tatsächlich noch erwähnenswert. Sie haben gebaut und gebaut, immer höher und enger und anschließend das Nest verlassen. Nein so macht man das nicht, so wird das nichts. Aber dennoch: Übung macht den Meister, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Das wäre dann tatsächlich das fünfte Nest auf der VHS.

 

Oettingen am 19. März 2020 Das zwanzigste Nest - BIO pur – reine Natur – ein Baumhaus inmitten von Oettingen, der Stadt der Störche. Die fürstliche Residenzstadt, die Storchenstadt, die Stadt im Glück. Dieser Platz, dieser Hochsitz ist einfach genial. Kein Vermieter wurde hier gefragt, kein Kamin gesichert, jede Nisthilfe ist hier überflüssig – die geflügelten Mieter bauen in Eigenregie ihr Zuhause für die Familiengründung. Apropos Vermieter, der evangelische Dekan und seine Familie, sie freuen sich riesig über ihre „Untermieter“ bzw. „Übermieter“ auf ihrem Hochsitz, dem uralten Baum inmitten vom Pfarrgarten. Was für ein Glück für die Glücksbringer.

 

Update: Diese herrliche Kiefer, sie war nicht sturmerfahren – das Storchenpaar hat den Nestbau nicht vollendet, das schaukelnde „Schiff“ wieder verlassen.
Am 18. März, Oettingen erzählt von frisch gelegten Eiern und rastlosen Junggesellen. Ja die Single Börse, da stehen sie stramm in Reih und Glied auf der Schloßresidenz, werben um die Gunst der Angebeteten. Wen wird sie erhören, wer wird der Auserkorene sein? Welche Überraschung: Im Nest Nr. 1 auf der VHS sind inzwischen SECHS Eier gelegt – auf dem Dekanat ZWEI – bei den „Röttgers“, die Umsiedler vom Grafenfeld, sie sind beim ersten Ei, ebenso EIN Ei auf der Schloßstrasse Nr. 2. Und zu guter Letzt: Ein neues Paar bewohnt den Strommast im Grafenfeld. Na also, dann hat doch alles seinen Sinn. 25. Februar 2020 Grüßle vom Paar auf dem Baum im Hofgarten in Oettingen - AY061 und AN746 Oh jemine Oettingen am 25. Februar 2020 - alle Störche sind schon da, die Nester besetzt, die Stimmung unter den Vögeln auf Eroberung hochgepuscht. Sie kämpfen, streiten, rasen buchstäblich um den heiß begehrten höchsten Aussichtspunkt - und das scheint wohl heute der vom Sturm gebeutelte Lindenbaum im Hofgarten zu sein. Und so ganz nebenbei sitzt das Paar "AV392" von der Gartengasse stillvergnügt auf dem Nest vom Dekanat und schaut diesem Theater neugierig zu. Streitschlichter sind hier gefragt, aber tatsächlich von den Glücksbringern nicht geduldet und auch nicht erwünscht. Update zum Lindenbaum im Hofgarten – das Nest ist abgestürzt, die Störche unversehrt auf der Suche nach einem neuen „Bauplatz“.

 

09.Februar 2020 – wie alles begann
Oettingen und das Grafenfeld, diese beiden Schlingel hüpfen bzw. fliegen von Nest zu Nest, klappern, knutschen, freuen sich des Lebens mal auf dem Röttgerhaus, mal auf dem Nest der Apotheke in der Stadtmitte, verkünden offensichtlich den Beginn des Frühlings. AE241, so lautet sein Personalausweis. Seine Gefährtin ist - wie alle Jahre - inkognito an seiner Seite. Beide haben in Oettingen überwintert, freuen sich auf die Heimkehr ihrer geflügelten Nachbarn. AU727 vom Nest auf dem Strommast Pfarrgasse 14, er ist bereits aus dem Winterquartier heimgekehrt, versucht sich mal kurz auf dem Nest Nr. 1 auf der VHS umzuschauen.

 

Nachtrag 2020:
7. August – Störche aus der Auffangstation Westhausen am Bucher Stausee wurden ausgewildert. Der Nördlinger A7R34 (Bauchwunde) hat es bestens geschafft –zusammen mit dem Wittislinger Jungstorch ging es auf in die Lüfte. Die beiden Jungen aus Oettingen und der aus Ansbach wollten noch nicht, wurden wieder eingefangen. In ein paar Tagen startet dann erneut ein Versuch der Auswilderung.

 

Meine Gedanken für alle Storchenfreunde:
Im Leben der Vogelwelt ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Durch meine Beobachtungen, Einblicke, Dokumentationen und Bilderserien lass ich teilhaben an vielen Ereignissen. Manchmal tut es weh, wirft viele Fragen auf – zeigt aber auch die schönen Momente im Wachsen und Gedeihen der großen, schwarzweißen Schreitvögel.

 

Wenn so ein unglücklicher Bruchpilot nicht bemerkt und aufgenommen wird? Ja dann stirbt er wohl langsam, vielleicht verhungert er, wird von manchem Raubvogel oder auch Fuchs zerrissen. Und wenn das Geschehen rein zufällig beobachtet und entdeckt wird, ja dann hat er eine Chance der Genesung in einer Auffangstation – oder auch die erlösende Begleitung über die Regenbogenbrücke. „Ich wünsche euch Glück, beobachte weiter, rette wenn Rettung nötig – und hoffe, dass ihr eure Ausflüge unbeschadet schaffen werdet“

 

Autor: Heidi Källner

 

 

Zur Info aus dem Internet über den Bucher Stausee: Naturschutzgebiet Das im südöstlichen Teil gelegene Vorhaltebecken (auch: Rückhaltebecken, Vorbecken) sowie dessen Uferzonen und Jagsteinlauf ist seit 30. Juli 1990 durch Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als Naturschutzgebiet „Vorbecken Buch“ (Schutzgebiets-Nummer 1166) ausgewiesen. Das Gebiet hat eine Fläche von 11,2 Hektar. Durch den Erwerb von umliegenden Wiesenstücken konnte das NSG sukzessive erweitert werden, was 1999 durch Ausheben von Tümpeln und periodisch wasserführenden Wiesen unterschiedlicher Tiefe seinen Höhepunkt fand. Das Gebiet soll hauptsächlich als Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsquartier für Vögel dienen und erfüllt diesen Zweck eindrucksvoll. Zuvor dort nicht nachgewiesene Arten können nun in schöner Regelmäßigkeit beobachtet werden. Auch die Anzahl und Vielfalt an Brutvögeln ist von überregionaler Bedeutung. So gehört seit Jahren unter anderem Kiebitze (Vanellus vanellus) und Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) zum festen Bestand an Brutvögeln. Seit der Verschlickung wird das Gebiet auch während der Herbst- und Frühjahrszeit von Zugvögeln, darunter speziell Limikolen (Watvögel) häufig und stark frequentiert. Mehr als 20 verschiedene Limikolenarten wurden bereits nachgewiesen, darunter seltene Arten wie der Temminckstrandläufer (Calidris temminckii), das Thorshühnchen (Phalaropus lobatus) oder der Teichwasserläufer (Tringa stagnatilis). Auch als Überwinterungsgebiet ist der Bucher Stausee ein wichtiger Pfeiler in der Region: Gänsesäger (Mergus merganser), Reiherente (Aythya fuligula), Tafelente (Aythya ferina), Krickente (Anas crecca), Löffelente (Anas clypeata), Spießente (Anas acuta), Pfeifente (Anas penelope), Schnatterente (Anas strepera), Stockente (Anas plathyrynchos) sowie Schellente (Bucephala clangula) sind regelmäßig vertreten

 

 

 

 

eMail vom 05.07.2020


"Ein Unglück kommt selten allein" . . . so sagt man wohl. Für heute hat das tatsächlich gepasst.

Der erste Storch - wieder in der Pfarrgasse. Er ist nicht beringt. Vielleicht ein Jugendlicher vom Strommast? Vielleicht vom Dach der Haus Nr.11? Morgen werde ich den Nestblick suchen. Diagnose: Ein Loch im Brustkorb wurde von Frau Dr. Nagel fachgerecht versorgt.

Kaum daheim angekommen, der Hilferuf von Storch Nr. 2 aus dem Oettinger Hofgarten. Ein tierfreundlicher Oettinger Bürger hat ihn Storch verunglücktbeherzt eingefangen. Sein Flügel hat wohl bei der Landung ziemlich gelitten. Dieser Jungstorch trägStorch verunglücktt die Ring Nr. A6N74, demnach ein Kind aus dem Traditionsnest auf der Apotheke.

Eine Auffangstation „Schwenninger Bopfingen“  hat auch mal Sonntagsruh. Zum Glück gibt es in der Nähe die nächste Station - die Hilfe also nah, die Versorgung dieser beiden Unglücksraben also Gott sei Dank ebenso in allerbesten Händen. Auffangstation Karin Rentschler in Westhausen.

Hoffnung auf Heilung besteht, Morgen weiß ich mehr.

Das sind jetzt SECHS  Unglücksraben. Zwei sind wieder in den Nestern, einer wurde eingeschläfert. Ein Jungstorch ist noch in der Auffangstation Schwenninger – und die beiden von heute bei Karin Rentschler.

 

 

eMail vom 30.06.2020

 

hier folgt jetzt die Fortsetzung dieser schönen Odyssee, die abenteuerliche Reise mit Hindernissen vom Jungstorch A6N66 vom evangelischen Dekanat. Wie schon gestern geschrieben: der erste Ausflug – Landung im falschen Nest – Absturz in eine Häuserschlucht – Rettung – eine Nacht in Ruhe – „aussetzen“ auf der Futterwiese . . .

 

Heute mein Erstaunen: Er hat die Heimkehr tatsächlich geschafft – ABER  wieder ins falsche Nest zum Einzelkind A8R33 auf der Pfarrgasse 7.

 Storch

Auf den Bildern sieht man deutlich den Altersunterschied dieser neuen „Bruderschaft“. Heute scheint der Altstorch den Zugereisten zu akzeptieren. Wie wird sich der zweite Altstorch verhalten? Zwei Stunden habe ich auf sein Kommen gewartet – vergeblich. Bin sehr gespannt auf den morgigen Tag.

 

StorchDer zweite Oettinger Ausreißer vom Nest der Pfarrgasse 11 auf dem Haus Zerweck, Landung am Pool im Hof – auch hier war die Rettung – eine Übernachtung in Ruhe – das Aussetzen auf den Futterwiesen am Rande von Oettingen. Und heute? Tatsächlich stand er im Nest neben seinen beiden Geschwistern, hat den Rückflug bestens geschafft.

 

 

 

 

 

eMail vom 29.06.2020

 

StorchDer erste Ausflug - die Landung im falschen Nest - der Schock macht starr, beinahe leblos - das Picken, Putzen, Aufmuntern der Nestinhaber bringt Leben in den kleinen Körper - der Rückzug/flug ins angestammte Nest missglückt - die Landung geht schlichtweg daneben, direkt zwischen zwei Häusern in eine nicht begehbare "Schlucht". Eine lange Leiter bringt die Erlösung -Storch die Rettung, das Ausruhen in einem Garten mit hohen Mauern kann beginnen. Der Abflug ist vorhersehbar.

 

Der nächste Unglücksrabe, sein erster Ausflug, die Landung im Pool - auch hier die Rettung, die Bergung, das Ausruhen in einem Garten mit hohen Mauern, das „Aussetzen“ auf den bekannten Futterwiesen am Rande von Oettingen.

 

Ein neuer Tag, der nächste Storch - der dritte im Bunde, die Ringnummer "A6N70" erzählt von seinem Zuhause: VHS Nest Nr.1 - Bauchlandung in der Schloßstrasse - Tierarzt - Auffangstation. Er hat es nicht geschafft, sein Kniegelenk ist gebrochen.

Storch

 

Über die Regenbogenbrücke, hier sein von heute Morgen auf dem weichen Rasen im Garten der Ruhe (Oettinger Dekan).

 

 

 

 

 

eMail vom 01.06.2020

 

Beringung StörcheEs ist wieder soweit, die Personalausweise werden ausgeteilt, die Beringungstour im Ries hat begonnen: Die ersten 24 Storchenkinder in Oettingen tragen jetzt den Elsa Ring über ihrer rechten Ferse. Herzlichen Dank der kompetenten Oettinger Feuerwehr, dem Freund und Helfer in jeder Situation. Sie sind allzeit bereit, opfern ihre freien Stunden, und das mit einem Lächeln im Gesicht. DANKE Dreiundzwanzig Nester – dreiundzwanzig Storchenpaare wohnen über der kleinen romantischen Residenzstadt Oettingen. Drei Storchenpaare haben ihre Brut verloren, sei es bedingt durch manchen Regenguss, vielleicht auch durch den kämpferischen Neid der nestlosen Paare? Oder auch durch Futtermangel? Es ist nicht leicht den Grund zu finden. Die Natur regelt alles selbst, gibt oftmals dem Menschen Rätsel auf. Noch sind es ZWANZIG Nester, gefüllt und besetzt mit heranwachsenden Storchenküken.

 

Futter Störche 1Das Nest auf dem evangelischen Dekanat, die Küken haben sich zu Jungstörchen entwickelt:

 

 

 

So fordern die Jungstörche ihre Eltern auf um das mitgebrachte Futter wieder auszuwürgen. Diese Rasselbande gehört zu den ersten beringten Jugendlichen. Auf der Pfarrgasse Nr.7, nur EIN Ei hat das junge Paar gelegt und erfolgreich bebrütet. Hier ist das Glück zuhause:  Störche 1 kleines

 

 

 

Ja und dann folgen in den nächsten Tagen die Nachzügler. Das dritte Nest auf dem Dach der Volkshochschule „VHS“ , gebaut in drei Störchlegekonnter Eigenregie zwischen den Ofenrohren, es zeigt die drei hungrigen Mäuler gierig mit vollem Schnabel.

 

 

 

 

 

 

Das vierte Nest auf der VHS, das Nest auf dem Giebel zur Pfarrgasse, ein Meisterwerk der Baukunst. Freud und Leid ist auch in der Welt der Tiere sehr eng miteinander verbunden. So trauert die Mama um ihr letztes der drei Küken, kann es nicht fassen, wärmt es immer wieder – aber vergebens:Störchle tot

 

 

So komme ich für heute zum Ende meines Tagebucheintrages. Noch warten ACHT Oettinger Storchenpaare auf den Ring für ihre Kinderschar. Dann ade bis demnächst und viel Freude und Erkenntnis im Leben der Glücksbringer beim Lesen, eure Heidi Källner

 

 

 

eMail vom 13.05.2020

 

Storchennester-Rundgang am 13. Mai 2020


1) Prinzessinnenbau 1
2) Prinzessinnenbau 2
3) Dekanat
4) VHS 1
5) VHS 2
6) VHS 3 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
7) VHS 4 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
8) Schloßstr. 2
9) Röttgerhaus
10) Apotheke Mitte
11) Apotheke vorne (wurde abgetragen – Störche starten aufs Neue einen Versuch)

12) Apotheke 3, Kamin links (das Paar von der Commerzbank - ihr Nest wurde abgetragen)
13) Pfarrgasse 7
14) Pfarrgasse 11
15) Strommast Pfarrgasse 16
16) Kamin Pfarrgasse 15 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
17) Klosterplatz 6
18) Georg Friedrich Steinmeyer Str. 1
19) Georg Friedrich Steinmeyer Str. 3 ( neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen
20) Georg Friedrich Steinmeyer Str. 5
21) Kamin auf der alten Baywa
22) Gartengasse
23) Strommast im Grafenfeld (außerhalb der Stadtkerns)

 

 

E-Mail vom 30.04.20

 

Am 28. April 2020:

In vielen Rieser Storchennestern wird schon eifrig der Nachwuchs gefüttert, versorgt und gepflegt, in manchem Nest auch noch gebrütet.

Auf der Apotheke über der Schloßstraße: Das Traditionsnest, die Küken sind geschlüpft - hier wird gefüttert, geschützt und Storchgepflegt.

Nest Nr. 2, die neuen „Unter/Übermieter“, hier wird noch emsig gebrütet, die Eier gehütet und beschützt . . . und tatsächlich versucht manches Paar ganz schnell noch eine Familienplanung. Ob das so spät auch gelingen wird?

 

Storch ApothekeDas ist das Nest Nr. DREI auf der Apotheke. Vermutlich der gesündeste Ort in dieser Zeit der Krise – so vermuten wohl die Glücksbringer. Dann „Glück auf“, denn: Dieses Paar – AU764 und seine Partnerin - diese beiden Glücksbringer, sie sind die Loser in / über der Residenzstadt. Ihr Nest auf der Commerzbank wurde abgetragen. Ihr ruheloses Suchen und Probieren nach einem neuen Standort scheint jetzt geglückt zu sein – das Nest Nr. 3 auf der Apotheke. Ob es für heuer noch ein gutes Ende nimmt?

 

Das dritte Nest auf dem Prinzessinnenbau hat sich inzwischen erledigt, die Störche haben resigniert nach einem geeigneten Ruheplatz Ausschau gehalten. So ändert sich immer wieder der Oettinger Storchenrundgang.

 

Der nächste Plan, die neueste Zählung der Nester folgt ganz frisch in den nächsten Tagen.

 

 

24. April 2020:

Oettingen - Jetzt ist die Zeit der "Schlupf" - die Küken picken, klopfen und stoßen sich hinaus in die Freiheit. Die kleinen Röttgers, die Apothekerfamilie Nest 1, das Idyll auf dem Mast in der Pfarrgasse, auf dem evangelischen Dekanat u.s.w....

 

Auf dem Prinzessinnenbau Nest Nr.1 in Ri. Schloßbuck, das erste Löchlein ist geschafft. In der Morgendämmerung wird dann der neue Tag begrüßt.

 

Die Menge der Folien im Nest auf der VHS - oh je, hoffentlich treibt der Wind diesen Tod bringenden Unrat aus dem Kinderzimmer.

 

Nest Nr. 5 auf der VHS - das Paar hat wunderbar gebaut - und trotzdem Oettingen seit ein paar Tagen verlassen. Auch hier liegen Freud und Leid nah beieinander. Das Heim auf dem Kamin hat nicht sollen sein - die Not der Eiablage lässt mich schweigen.

 

Oettingen auf dem Dekanat am 22. April 2020 - da waren es plötzlich VIER . . . und das FÜNFTE schlüpft gerade

 

Oettingen am 14. April – VHS Nest Nr. 1 FÜNF Küken sind geschlüpft. Gedanken: Nur da wo der Storch ohne die eingreifende Hand des Menschen sein Nest baut und überleben kann, da wo er seine eigenen Wege geht, nur da ist die Natur noch in Ordnung.

 

 

E-Mail vom 20.04.2020

 

BaumhausEin Paar versucht seit dem 16. April auf dem höchsten Kastanienbaum im Museumsgarten ein Nest zu bauen. Ob das klappen wird? Ich kann es mir nicht vorstellen – ABER – Störche machen alles Unmögliche möglich.

 

Das erlebe ich täglich bei meinem Rundblick – vorgestern – gestern – heute – und was wird morgen sein?

Sie verzagen nicht, schöpfen Mut – und los geht’s aufs Neue.

 

Jedes Hindernis wird vorsichtig ummantelt, mit Zweigen bestückt, gemütlich geschmückt. Ja, wir schaffen das.

Über der Oettinger Dachlandschaft. Man könnte meinen: Hier war "Hundertwasser" unterwegs, der geniale Künstler für manch bescheidenes Dach, der Zauberer in Grün - Bunt

 

StorchLinkes Bild: fünftes Nest auf der VHS und Bild rechts vom dritten Nest auf dem Prinzessinnenbau. Da kann derStorch Mensch nur staunen. Die Glücksbringer, sie sind ihr eigener Architekt, zaubern ohne Bauplan in Eigenregie die schönsten Nester.

 

Storchennesterrundgang: 24 Nester sind fix und fertig, werden bebrütet.

 

 

Storchennesterrundgang am 18. April 2020
1) Prinzessinnenbau 1
2) Prinzessinnenbau 2
3) Dekanat
4) VHS 1
5) VHS 2
6) VHS 3 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
7) VHS 4 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
8) VHS 5 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
9) Schloßstr. 2
10) Röttgerhaus
11) Apotheke Mitte
12) Apotheke vorne (wurde abgetragen – Störche starten aufs Neue einen Versuch)
13) Pfarrgasse 7
14) Pfarrgasse 11
15) Strommast Pfarrgasse 14
16) Kamin Pfarrgasse 15 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
17) Klosterplatz 1
18) Klosterplatz 6
19) Georg Friedrich Steinmeyerstr. 1
20) Georg Friedrich Steinmeyerstr. 3 ( neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen
21) Georg Friedrich Steinmeyerstr. 5
22) Kamin auf der alten Baywa
23) Gartengasse
24) Strommast im Grafenfeld (außerhalb der Stadtkerns)

 

 

E-Mail vom 13.04.2020

 

„Gleich DREI  auf einen Streich“

 

StorchOettingen am 13. April 2020: DREI Ostermontags Küken. Am Ostersonntag lagen alle sechs Eier noch geschlossen im Nest Nr.1 auf dem Horst der VHS in Oettingen. Heute sitzen zu meiner Überraschung gleich DREI Küken auf noch wackeligen Beinen unter den Fittichen der Mama. Am 8. März war das Legedatum – heute nach 35 Tagen beginnt das gemeinsame Schlüpfen der Drillinge. Demnächst wird auch der Rest der Rasselbande sich aus den Eiern pellen.

 

Vier Storchenpaare brüten inzwischen auf der VHS in vier Nestern. Hier kann man sagen: Die ersten Küken schlüpfen, die letzten Störche beginnen erst jetzt das Legen.

Nest Nr. 4, auf dem hinteren Giebel der VHS im Eilverfahren in Eigenregie gebautem Nest, ja da lag tatsächlich am Ostersonntag das erste Ei. Störche sind immer für Überraschungen gut.

 

Und was macht das Paar am Klosterplatz Nr. 1? Der aus seinem Traditionsnest auf dem Kamin der Schloßstrasse Nr.2 vertriebene „Röttger“ Sohn, er ist alt genug und erfahren im „Häuslebau“ ganz bestimmt. Seine neue Partnerin ist vor Ort, das Nest fix und fertig – das Legen kann beginnen.

 

 

 E-Mail vom 12.04.2020

 

Störche

 

 

Überraschung heute am Ostersonntag – das erste Ei liegt im vierten Nest auf dem Giebel der VHS an der Seite zur Pfarrgasse. Störche, die wahren Baumeister in jeder Situation. Dass dieses Nest tatsächlich gelingen wird grenzt wahrlich an ein kleines Wunder.

 

 

 

StorchBild links zeigt den Blick von oben auf das Dach der VHS – Bild Nr. 667 zeigt den Blick zur VHS vom Hofgarten aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E-Mail vom 11.04.2020

 

StorchOettingen, auf den meisten Nestern wird fleißig gebrütet. Ja und auf der VHS vorne das Nest Nr. 1 mit dem Sechser – Gelege wird dieser Tage sicher schon das erste Küken schlüpfen – am 8. März begann hier das Legen.

 

Storch

 

 

 

VHS Nest Nr. 2 (Bild rechts), hier liegen inzwischen 3 Eier.

 

 

 

 

 

VHS Nest Nr. 3 neues Paar, neues Nest, liegt seit heute das erStorchste Ei. Baupläne? Nein danke, wir sind unsere eigenen Architekten - der Plan ist im Kopf, fügt sich um jedes Hindernis - immer rund herum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E-Mail vom 07.04.2020

 

StorchBild rechts: Klosterplatz Nr.1 - das Geäst von dem bauenden Storchenpaar wurde gestern von der N-ERGIE abgebaut, der Mast mit Abwehr bestückt.

Das Paar AN720 m / AW378 w es trauert noch. Er (AN720) ist ein „Röttger“ Sohn, hat schon 3 Jahre auf dem Kamin der Schloßstr. 2 erfolgreich gebrütet. Heuer ist seine Partnerin nicht erschienen, sein Nest von einem anderen Paar besetzt. So muss er diesen zweiten Nestverlust verarbeiten.  Sein Vater ist im letzten Herbst tödlich verunglückt und liegt zwischen zwei Häusern in der Schloßstraße.

 

 

 

Bild links zeigt das Paar mit dem Silberring auf dem Baum im Hofgarten. Sie turnenStorch nur und bauen nicht. Ebenso geschieht das auf dem Mast im Hofgarten: Das Paar von dem abgebauten Nest der Commerzbank steht ab und zu auf dem Mast ohne etwas zu tun – um dann wieder auf den Abweiser der Commerzbank zurückzukehren.

 

Nun denn, abwarten . . .

 

Storchennesterrundgang 2020 - Stand Anfang April
1) Prinzessinnenbau 1
2) Prinzessinnenbau 2
3) Dekanat
4) VHS 1
5) VHS 2
6) VHS 3 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
7) Schloßstr. 2
8) Röttgerhaus
9) Apotheke Mitte
10) Apotheke vorne (wurde abgetragen – Störche starten aufs Neue einen Versuch)
11) Pfarrgasse 7
12) Strommast Pfarrgasse 14
13) Kamin Pfarrgasse 15 (neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen)
14) Klosterplatz 6
15) Georg Friedrich Steinmeyerstr. 1
16) Georg Friedrich Steinmeyerstr. 3 ( neues Paar, neues Nest – Nestbau gelungen
17) Georg Friedrich Steinmeyerstr. 5
18) Kamin auf der alten Baywa
19) Gartengasse
20) Strommast im Grafenfeld (außerhalb der Stadtkerns)


FÜNF Nester wurden abgetragen: Commerzbank (altes Nest) – Grieche (neues Nest) –
Schloßbuck 14 (neues Nest auf einem Kamin) - Strommast Klosterplatz 1 (neues Nest) –
Apotheke vorne (neues Nest, das Paar hat trotzdem gebaut)


DREI neue Paare = drei neue Nester:

  • Georg Friedrich Steinmeyerstr. 3 
  • VHS hinten zur Pfarrgasse auf einem Kamin mit langem Rohr 
  • Pfarrgasse 15 auf einem Kamin mit langem Rohr.


ZWEI Nester scheinen verloren:

  • Baum im Hofgarten –
  • Strommast im Hofgarten.

Diese Plätze werden von vielen Paaren – den jetzt Heimatlosen – oftmals als Aussichtsplattform geschätzt. Also sind es letztendlich auch „nur“ 20 Nester mit 20 Paaren. Das ist der Stand von heute – was morgen sein wird? Ja, da lass ich mich überraschen. Hoffentlich wird nichts mehr von Menschenhand zerstört.

 

 

E-Mail vom 19.03.2020

 

PfarrgartenOettingen am 19. März 2020, ein spannendes Blatt im Tagebuch der Störche: das zwanzigste Paar (AZ369 m + Partnerin mit Silberring unlesbar), das 20. Nest - BIO pur – reine Natur – ein Baumhaus inmitten von Oettingen. Dieser Platz, dieser Hochsitz ist einfach genial. Kein Vermieter wurde hier gefragt, kein Kamin gesichert, jede Nisthilfe ist hier überflüssig – die geflügelten Mieter bauen in Eigenregie ihr Zuhause für die Familiengründung.

 

Apropos Vermieter, der evangelische Dekan und seine Familie, sie freuen sich riesig über ihre „Untermieter“ bzw. „Übermieter“ auf ihrem Hochsitz, dem uralten Baum im Pfarrgarten.

 

Was für ein Glück für die Glücksbringer.

 Baumhaus

 

 

E-Mail vom 08.03.2020:

 

Das Allerneueste vom 8. März 2020

 

18 Nester sind seit heute belegt: Pfarrgasse Nr. 7 und auch das Nest Nr. 2 auf der VHS, die Glücksbringer sind wieder heimgekehrt.

 

Das erste Ei gelegt am Weltfrauentag – und das in Oettingen auf dem Nest der VHS über der Schloßstraße. Das sind die absoluten Sieger hier im Nördlinger Ries. Etwa 10 Tage später hab ich es erwartet. Seit vielen Jahren war der Legetag vom ERstes Ei 2020ersten Ei der Rieser Glücksbringer meist um den 17. März in Oettingen:


Und die Glücksbringer auf dem Kamin mit der neuen Nisthilfe vom Hause Zerweck, sie feiern fröhlich mit:

 

 

Nesterblick am 7. März 2020


1. Schloßbuck

2. Georg-Friedr.Steinmeyerstr.1

3. Georg-Friedr.Steinmeyerstr.5

4. Prinz.Bau Nest 1

5. Prinz.Bau Nest 2

6. Dekanat

7. Mast Pfarrgasse 16

8. Kamin Z. Pfarrgasse 11

9. Klosterplatz

10.Gartengasse

11. Schloßstr.2

12. VHS Nest 1

13. Apotheke

14. Baum Hofgarten

 

Storch RöttgersDie unendliche Geschichte:
15. Röttgerhaus ??? Die 3 Fragezeichen irritieren, sagen aber auch alles. Der Ring am Storchenbein verrät Kurioses: Das Paar vom Strommast im Grafenfeld, sie haben als einziges Paar den Winter in Oettingen verbracht. Ja und da gab es natürlich viele freie Wohnungen alias Nester auf der Oettinger Dachlandschaft. Das leere Röttgernest war ihr Favorit und ist es bis heute so geblieben.


16. Nest auf der Commerzbank, es wurde versetzt, die Glücksbringer zum Umzug bewegt. Ja Storch  Zerwicksie sind umgezogen, haben ihren Kopf durchgesetzt und sich den eigentlich schon vergebenen Strommast im Hofgarten auserkoren. Oh je, was werden die Heimkehrer dazu sagen? In den nächsten Tagen wird es sich tatsächlich zeigen. Eine ganz besondere Nisthilfe, ein herrlichStorch Zerwick rundes Wagenrad auf dem Dach der Nr. 11 in der Pfarrgasse wartet noch auf Mieter.
16 Paare sind vor Ort – 16 Nester belegt – 3 Paare fehlen noch – Pfarrgasse 7, VHS Nest Nr.2, und jetzt natürlich auch der Strommast im Grafenfeld.

 

 


4. März:

Das ist nicht mehr lustig - hier fliegen buchstäblich die Fetzen. Die "Grafenfelder" geben das "Röttger" Nest nicht mehr her. Zweitwohnsitz? Das geht ja gar nicht.Storch  Streitschlichter gefragt

 


Storch  1. März29. Februar:

Auf dem Röttgernest tobt der Frühling. Das Paar vom Grafenfeld - so sagt mir die Ringnummer - sie sind "Schmarotzer ", machen es sich tagtäglich bequem in der Stadtmitte auf fremden Nestern und letztendlich auf dem Hause Röttger. Und auch das ist geschehen am 29. Februar, wenn Störche sprechen könnten: „Wir, DER AU764 – ich bin ein Oettinger Sohn aus dem Jahr 2015 - plus mein Weibchen, wir sind umgezogen, von der Commerzbank hinüber in den Hofgarten. Das Paar vom Strommast mit der Nr. AR952 und sein unberingtes Weibchen, es ist noch nicht eingetrudelt. Also haben wir kurzerhand das gemütliche Nest besetzt“ . . . Ob das gut ausgeht????? Spuren vom Wintereinbruch kurz vor dem Frühlingsanfang: Auf dem Strommast in der Oettinger Pfarrgasse: Wenn die Frühlingsgefühle explodieren, ja da spielt das Wetter keine Rolle . . . Am 1. März 2020 ist der meteorologische Frühlingsanfang, das wird wohl des Rätsels Lösung sein.

 

25. Februar

Grüßle vom Paar auf dem Baum im Hofgarten in Oettingen- AY061 und AN746

Oettingen am 25. Februar 2020 - alle Störche sind schon da, die Nester besetzt, die Stimmung unter den Vögeln auf Eroberung hochgepuscht. Oh jemine . . . Sie kämpfen, streiten, rasen buchstäblich um den heiß begehrten höchsten Aussichtspunkt - und das scheint wohl heute der vom Sturm gebeutelte Lindenbaum im Hofgarten zu sein. Und so ganz nebenbei sitzt das Paar "AV392" von der Gartengasse stillvergnügt auf dem Nest vom Dekanat und schaut diesem Theater neugierig zu. Streitschlichter sind hier gefragt, aber tatsächlich von den Glücksbringern nicht geduldet und auch nicht erwünscht.

 

E-Mail vom 18.02.2020

Und hier der neueste Einblick in die Oettinger Welt der Störche, Eintrag für das Tagebuch:

 

Storch11 Nester sind besetzt: Auf dem Baum da tut sich was – auf dem Strommast in der Pfarrgasse ebenso – und ganz offensichtlich auch auf dem Röttgerhaus.

 

Ja, und das sind wieder mal die vom Grafenfeld. Das Paar turnt von Nest zu Nest, vergnügt sich fröhlich vor dem Jakobsturm, Familienplanung im Angesicht der Turmuhr. Gegenüber wird schon wieder eifrig das Baumaterial vom Nachbarn gestohlen - oh - oh . . .

 

 

 

E-Mail vom 15.02.2020

 

Es wird wieder geklappert, geliebt und gefeiert. Es ist soweit, die Glücksbringer „trudeln“ ein, landen sacht mit vollem Schnabel, denken an die Zukunft – die Planung der neuen Familie.

 

Neunzehn Nester thronen auf den Dächern über Oettingen – NEUN Paare sind inzwischen eingeflogen, haben ihre Nester in Augenschein genommen, planen für die kommende Zeit.

 

 

Storch

Und die beiden Schlingel vom Grafenfeld? Die machen es sich heute auf dem Röttger Nest bequem, noch . . . die Übersicht verspricht dieser Standort auf alle Fälle.

Georg Friedrich Steinmeyer Str. Nr. 5 - Heimkehrer, durch welches Rohr mag er wohl geklettert sein?Storch


Die beiden Paare auf dem Prinzessinnenbau hatten mir es heute besonders angetan – die Bilder verraten es.

 

 

 

 

 

E-Mail vom 09.02.2020

 

Oettingen und das Grafenfeld, diese beiden Schlingel hüpfen bzw. fliegen von Nest zu Nest, klappern, knutschen, freuen sich des Lebens mal auf dem Röttgerhaus, mal auf dem Nest der Apotheke in der Stadtmitte, verkünden offensichtlich den Beginn des Frühlings.

 

 

StorchAE241, so lautet sein Personalausweis. Seine Gefährtin ist - wie alle Jahre - inkognito an seiner Seite. Beide haben in Oettingen überwintert, freuen sich auf die Heimkehr ihrer geflügelten Nachbarn.

 

AU727 der Hausherr vom Nest auf dem Strommast Pfarrgasse 14, er ist bereits aus dem Winterquartier heimgekehrt, versucht sich mal kurz beim Nachbar - auf dem Nest Nr. 1 auf der VHS – neugierig umzuschauen.

 

 

 

 

 

 

E-Mail vom 07.02.2020

Das Storchenjahr 2020 kann beginnen.

 

eine Bilderserie vom 6. Februar 2020 - ein voll gelungener Vormittag in Oettingen am Schloßbuck: Nestübertragung vom Strommast neben Getränke König hinüber über die Straße auf die ehemalige Baywa. Anschließend wurde auch gleich der Strommast vollständig beseitigt. Die Mitarbeiter der N-ERGIE haben wieder eine tolle Leistung für die Weißstörche vollbracht. Dafür ein herzliches Dankeschön.

 

 

  Storch 1  Storch 2 Storch 3

 

Storch 3

 

Die N-ERGIE Netz GmbH baut seit mehreren Jahren die Niederspannungs-Freileitungen im Stadtgebiet Oettingens zurück. Dafür wurden im Vorfeld viele Leitungsabschnitte verkabelt und Dachständer und Masten zurückgebaut.

Auf einem Niederspannungsmast hat sich allerdings ein Storchenpaar niedergelassen. Bevor das Storchenpaar aus dem Süden nach Oettingen zurückkehren wird, haben die Stadtverwaltung Oettingen und die N-ERGIE Netz GmbH das Storchennest am Donnerstag, 6. Februar 2020 vom Strommasten auf den nur wenige Meter entfernten, stillgelegten Schlot des ehemaliges BayWa-Lagers umgesiedelt. Zuvor wurde bereits die Nisthilfe am neuen Nistplatz angebracht.

Die Gesamtmaßnahme erfolgte mit Genehmigung der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben sowie in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Donau-Ries.

Ein Storchennest zieht um

Das bestehende Nest auf dem Strommast bauten die Monteure der N-ERGIE Netz GmbH mit Hilfe eines Hubsteigers ab. Damit ein erneutes Nisten verhindert wird, entfernten die Monteure auch den Niederspannungsmast. Die Stadt Oettingen hofft, dass das zurückkehrende Storchenpaar das Nest für das Ausbrüten des Nachwuchses annehmen wird.

Die N-ERGIE Netz GmbH unterstützt den Vogelschutz in Oettingen bereits seit Jahren. So stellt sie etwa regelmäßig Hubsteiger zur Verfügung, damit die Jungstörche für Forschungszwecke mit Fußringen ausgestattet werden können.

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