Ministerpräsident Dr. Markus Söder verleiht Bayerischen Verdienstorden an Schwester Mansueta Peschel

Am Montag, 22. Juli 2019, 11.00 Uhr, zeichnete Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Rahmen einer Feierstunde im Antiquarium der Münchner Residenz 58 Persönlichkeiten, u. a. Schwester Mansueta Peschel, mit dem Bayerischen Verdienstorden aus.

 

Vom 10.09.1985 bis 01.12.2017 war Sr. Mansueta Heim- und Gruppenleitung im Kinderheim Oettingen. Das besondere an Schwester Mansueta ist: Sie lebte zusammen mit Sr. Henrika Voit,  Sr. Wilma Kaufmann und "ihren" Kindern wie in einer großen Familie.

 

Besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge erhielten die Kinder, die eine besondere Not mitbrachten, z.B. als Säuglinge ins Heim kamen oder schwer krank waren. Für diese Kinder war Sr. Mansueta nichts zu viel. Der Einsatz von Zeit und Kraft richtete sich nach den Bedürfnissen der Kinder und nicht nach Dienstzeiten, denn: „meine Kinder sollen die bestmöglichen Chancen und Startbedingungen für ihr Leben bekommen“. Das einzelne Kind hatte sie immer im Blick, obwohl manchmal bis zu 15 Kinder und Jugendliche im Haus lebten – mit unterschiedlichen Temperamenten, Begabungen und „Auffälligkeiten“.

 

Es gelang Sr. Mansueta, für jedes Kind ausfindig zu machen, was notwendig war und ihm zu ermöglichen oder zu verschaffen, was es brauchte. Das war nicht einfach, da die Kostenträger des Heimaufenthaltes nur den Grundbedarf finanziell absichern. Musikinstrumente sind ebenso wenig im Etat eingerechnet, wie z. B. Klassenfahrten. Wenn Sr. Mansueta z. B. eine musikalische Begabung feststellte, überlegte sie gemeinsam mit dem Kind, welches Instrument es spielen möchte. Sie konnte dann alle Hebel in Bewegung setzen, um das Instrument zu beschaffen und den Musikunterricht zu finanzieren.

 

Die Kinder wussten sich von Anfang an angenommen und geliebt. Und es ist daher nicht verwunderlich, dass Sr. Mansueta von ihnen „Mutsch“ genannt wird, weil sie wie eine echte Mutter für sie da war und für sie sorgte, sie förderte und forderte.  Sr. Mansueta führte die Gruppe liebevoll, unterstützt von den Mitschwestern und einem Team im Haus; die Mitarbeiterinnen gehörten selbstverständlich zur Hausgemeinschaft, hatten aber im Gegensatz zu Sr. Mansueta geregelte Arbeitszeiten.  

 

Selbstverständlich war auch eine lebendige Verbindung mit und der ehrenamtliche Einsatz der Schwestern in der Pfarrei Oettingen. Als Heimleitung gestaltete sie die Zusammenarbeit mit Kostenträgern, Fachdiensten, Schulen und Behörden ebenso engagiert, couragiert und oft unkonventionell zum Wohl ihrer Kinder wie ihren Alltag im Heim. Für junge Asylbewerber stellte sie in Absprache mit dem Trägerverein das Nebenhaus als Wohnraum zur Verfügung.

Für die immer anspruchsvoller werdende Arbeit im Kinderheim qualifizierte sich Sr. Mansueta kontinuierlich und berufsbegleitend.

 

Nachdem ihre Mitschwestern 2016 in den Ruhestand und somit in das Mutterhaus nach Dillingen gezogen waren, lebte Schwester Mansueta von 2016 bis Dezember 2017 allein mit "ihren Kindern" in der Ledergasse, um ihnen den Übergang in die neue Struktur zu erleichtern und sie zu begleiten. Am 1. Dezember 2017 übernahm die Lebenshilfe das Oettinger Kinderheim. Schwester Mansueta lebt seither im Kloster Maria Medingen bei Dillingen.

 

Sr. Mansueta ist und war Dillinger Franziskanerin mit der gleichen Überzeugung und Tatkraft wie sie auch Erzieherin und „Mutter ihrer Kinder“ ist und war. 

 

 

Die Stadt Oettingen freut sich, dass das Wirken der Schwester Mansueta mit der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens gewürdigt wird und gratuliert ihr recht herzlich zu dieser hohen Auszeichnung.

 

 

Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Der Bayerische Verdienstorden ist eine ganz exklusive Auszeichnung. Nur 2.000 lebende Personen dürfen ihn tragen. Mit ihm ehren wir das vielfältige Engagement von großartigen Menschen, die Bayern einzigartig machen. Bekannte Sportler, Künstler und Wissenschaftler sind die Botschafter Bayerns weit über die Landesgrenzen hinaus. Ehrenamtliche machen unser Land im Stillen stark – ob bei der Pflege daheim, im Verein oder im Elternbeirat. Sie alle sind Vorbilder und Stützen unserer Gesellschaft. Bayern sagt Danke!“

 

Der Bayerische Verdienstorden ist durch das Gesetz über den Bayerischen Verdienstorden vom 11. Juni 1957 geschaffen worden. Er wird „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“ verliehen. Eine Besonderheit des Bayerischen Verdienstordens ist, dass die Zahl der lebenden Ordensträger auf 2.000 begrenzt ist.

drucken nach oben