Gruftkirche und Garten

Gruftkirche

Die Kapelle, so wie sie heute zu sehen ist, ist der Rest einer um 1270 fertiggestellten Kirche. An der Ostfassade findet sich ein romanischer Rundbogenfries über einem großen spitzbogigen Fenster. Rippen und Gewölbekappen zeigen die ursprüngliche rot-blaue Bemalung.

 

Der Turm, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, trägt an der Nordseite (vom Heimatmuseum aus gut zu sehen) die Wappen Oettingen, Seckendorf und Sonnenberg.

 

Gruftgarten

Im Bereich des heutigen Gruftgarten ist die Keimzelle Oettingens anzunehmen. Hier lag vermutlich der Herrenhof, aus dem sich der alemannische ,,-ingen"-Ort entwickelte. Schon für die Zeit um 750 nennen Güterverzeichnisse des Klosters Fulda Besitzungen in ,,otingen".

Für das 11. Jahrhundert muss man sich hier eine Burg vorstellen, an die sich eine Siedlung mit Handwerkern anschloss. Burg und Ort wurden Mittelpunkt der erstarkenden Grafschaft Oettingen und Hauptsitz der Grafen zu Oettingen. In der Renaissance- und Barockzeit wurden Repräsentationsbauten neu- bzw. umgestaltet.

 

Das sogenannte „Alte Schloss“ gehörte der (seit 1539) evangelischen Linie Oettingen-Oettingen, die im Mannesstamm mit Albrecht Ernst II. 1731 ausstarb. 1850 wurden die Schlossgebäude bis auf die Kapelle abgebrochen.

 

Innen sind die Wandflächen mit Sternen verziert. An der Nordseite des Kirchenraums ist ein schwach sichtbares Fresko: Christus als Weltenrichter in der Mandorla mit Maria und Johannes, aus der Zeit um 1450.

 

1798 erfolgte der Umbau zur fürstlichen Gruftkapelle, von dem einst fünfjochigen Langbau blieben nur zwei Joche erhalten. Rechts und links des klassizistischen Portals finden sich trauernde Figuren (Todesgenien), wahrscheinlich von Ignaz Ingerl.

 

drucken nach oben