Heuberg feierte das 100-jährige Bestehen der Soldaten und Reservistenkameradschaft

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Nach dem Gottesdienst wurde am Kriegerdenkmal in Heuberg der Opfer der Kriege gedacht.

 

Mit einer einfachen aber würdigen Gedenkfeier begingen die Heuberger Soldaten und Reservisten eine Woche nach dem Volkstrauertag das hundertjährige Bestehen ihrer Kameradschaft.

 

Wie an vielen anderen Orten taten sich auch in Heuberg am 22. November 1919 ehemalige Kriegsteilnehmer zusammen und gründeten einen Veteranen- und Kriegerverein. Der 1. Vorsitzende war seinerzeit Adam Wagner und der Fahnenträger Karl Holzmann. Aber schon am 20. Februar 1938 kam mit der Gleichschaltung und der Übernahme der bayerischen Traditionsvereine in den Reichskriegerbund die Vereinstätigkeit zum Erliegen. Erst einige Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges, in dem 34 Heuberger Bürger gefallen waren oder vermisst wurden, konnte das Vereinsleben wieder aufgenommen werden. Nach der Gebietsreform und der Eingemeindung des Dorfes nach Oettingen im Jahre 1976, wurde der Heuberger Verein mit dem Oettinger Verein zu einer Gemeinschaft zusammengeführt.

 

Bei einem gemeinsamen Gottesdienst in der Ortskirche predigte Pfarrer Markus Paulsteiner über die Vergänglichkeit des Lebens. Er erinnerte an das Schicksal der Heuberger Männer, die in den Kriegen ihr Leben verloren oder seither vermisst sind.

Im Anschluss an den Gottesdienst nahmen die Fahnenabordnungen, die Ehrenwache und die Mitglieder Aufstellung am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof, wo der Opfer gedacht wurde. Vorstand Josef Ruhland legte für die Kameradschaft einen Kranz nieder und Robert Holzmann verlas unter einem Trommelwirbel alle Namen der Opfer. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Posaunenchor Heuberg. Abschließend spielte ein Trompeter das Lied vom „Guten Kameraden.“

 

Im Saal des Feuerwehrhauses gab Josef Ruhland einen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte der Kameradschaft in Heuberg. Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner würdigte in ihrem Grußwort das ständige Bemühen der Kameradschaft um das Wachhalten der Erinnerung an die Opfer der Kriege. Vor allem der Bau der Gedenkstätte auf dem ehemaligen Flugplatz HeubergHeuberg2 im Jahre 2008 sei ein großartiges Beispiel dafür.

 

Für seinen langjährigen Dienst als Fahnenträger wurde Karl Hertle von Josef Ruhland unter dem Beifall der Anwesenden geehrt. Ruhland überreichte der Kameradschaft für die Vereinsfahne ein eigens für diesen Tag erstelltes Fahnenband. Nach dem gemeinsamen Mittagessen und vielen guten Gesprächen gab Werner Paa einen Rückblick auf die Entstehung und den Bau der Heuberger Gedenkstätte.

 

1. Vorstand Josef Ruhland konnte einen ganz besonderen Gast bei der Feier begrüßen. Theo Hölzl aus Ingolstadt war eigens mit seiner Gattin nach Heuberg gekommen. Der Vater von Herrn Hölzl war 1942 Kommandant auf dem Einsatzhafen in Heuberg. Ein in dem Lager eingesperrter sowjetischer Kriegsgefangener bastelte für ihn ein hölzernes Pferdegespann, dessen handwerkliche Ausführung man nur bestaunen kann. Herr Hölzl schenkte den wertvollen und zugleich nachdenklich stimmenden Zeitzeugen der Kameradschaft.

 

Bei Kaffee und von den Heuberger Frauen gestifteten Kuchen endete die würdige Gedenkfeier.

 

 

 

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